„Pastrufazio – Zur literarischen Modellierung Mailands bei Carlo Emilio Gadda“

29 Okt 2020

Online-Vortrag
Prof.Dr. Martha Kleinhans (Universität Würzburg)
„Pastrufazio – Zur literarischen Modellierung Mailands bei Carlo Emilio Gadda“


Donnerstag, 29. Oktober 2020, 19.30-20.30 Uhr


Der Vortrag findet als Zoom-Konferenz statt. Wenn Sie teilnehmen möchten, senden Sie bitte eine Mail an div[at]div-web.de. Die Teilnahme ist kostenfrei.


Der Vortrag möchte an einigen Beispielen zeigen, wie Carlo Emilio Gadda (Mailand 1893–Rom 1973), einer der bedeutendsten italienischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, in seinem Werk auf höchst unterschiedliche, oft satirische Weise Ereignisse, Orte und Institutionen der Stadt Mailand literarisch modellierte. Das Projekt eines großen Mailandromans konnte der Elektroingenieur mit philosophischen Neigungen zwar nicht realisieren, doch setzte er sich in Erzählungen (vor allem Adalgisa – Disegni milanesi), Reportagen (z.B. über den Mailänder Schlachthof) und Essays über viele Jahre immer wieder mit seiner Geburtsstadt auseinander.
In seinem Roman La Cognizione del Dolore (1963; 1970), dessen Handlung in ein südamerikanisches imaginäres Land verlegt ist, taucht Mailand chiffriert als „Pastrufazio“ auf. Kompliziert wie die Entstehungs- und Publikationsgeschichte sind auch die Texte des umfassend gebildeten Sprachkünstlers Gadda, der nicht nur den lombardischen Dialekt, sondern auch zahlreiche weitere Varietäten des Italienischen in sein Schreiben einbaute. Sein bekanntester Roman "Quer pasticciaccio brutto de via Merulana" (Die grässliche Bescherung in der via Merulana, 1946; 1957) ist in Rom zur Zeit des Faschismus angesiedelt und enthält, getarnt als Kriminalgeschichte, eine verborgene Kritik am Regime.

Prof. Dr. Martha Kleinhans ist eine ausgewiesene Kennerin des Werks von Gadda, 2005 erschien ihre Monographie "Satura und pasticcio: Formen und Funktionen der Bildlichkeit im Werk C. E. Gaddas". In jüngster Zeit widmete sie sich auch der transkulturellen italienischsprachigen Literatur, 2013 erschien der Sammelband Transkulturelle italophone Literatur (hrsg. zusammen mit Richard Schwaderer).


Im Rahmen der Reihe von Vorträgen zum 50-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft Mailand-Frankfurt.
Unter der Schirmherrschaft des Italienischen Generalkonsulats in Frankfurt.
In Kooperation mit der Stadt Frankfurt und der Italienstiftung.

 



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